Heilige drei Könige und eine falsche Krippendarstellung !?

Warum werden eigentlich die Hirten und drei Könige aus dem Morgenland an der Krippe zusammen dargestellt? Und warum eigentlich Könige?
Beleuchten wir mal die Historie: Den Weisen oder Magiern aus dem Morgenland war die Erwartung eines kommenden Königs in Israel bekannt. Vermutlich durch die babylonische Gefangenschaft der Juden (vor ca. 6 Jahrhunderten) In Buch Daniel lesen wir einiges über diese Zeit. Es ist übrigens an keiner Bibelstelle die Rede von 3 Königen. Es waren also mindestens 2 Magier bzw. Sternenkundige oder auch mehr. Sie waren vermutlich Angehörige einer vornehmen Priester- und Gelehrtenklasse aus dem Zweistromgebiet zwischen Euphrat und Tigris (babylonisches Reich). Sie gehörten dem höchsten Adel ihres Landes an und standen in fürstlichen Rang. Die spätere Zahl von drei Weisen leitet sich vermutlich von den Geschenken Gold, Weihrauch, Myrrhe ab.(Matthäus 2,11)
Nach der Geburt und Erscheinen des Sterns führte ihr Weg zuerst nach Jerusalem zu König Herodes dem Großen. Die Bestürzung des Herodes über die Geburt ist verständlich, da er in dem neuen König einen möglichen Aufruhr gegen ihn und auch den Verlust seines Thrones befürchtete. Schwerer ist dagegen das Erschrecken ganz Jerusalems zu verstehen, da die Juden sich doch eigentlich über die Geburt des verheißenen Königs freuen konnten. Es ist zwar möglich, daß sich dieses Erschrecken nicht auf die Geburt des Königs bezieht, sondern auf die zu erwartenden schrecklichen Greueltaten des Herodes, mit denen dieser auf die Ankündigung der Geburt eines Königs reagieren würde (Mt 2, 16-18). So gibt es historische Beweise eines Kindermordes in der damaligen Zeit. Es wurde im Jahre 1988 in der Nähe von Ashkelon (Bethlehem) eine grausige Entdeckung gemacht, die in Verbindung mit dem Kindermord stehen könnte. In einer Grube wurden massenhaft Skelette von Jungen unter zwei Jahren gefunden, die in die Zeit von Herodes des Großen datiert wurden.
Der Stern, den sie im Morgenland zum Zeitpunkt der Geburt gesehen haben, weist den Weisen nun beständig den Weg nach Bethlehem, den sie mit großer Freude gehen. Im Haus fallen sie vor dem König, der in Niedrigkeit gekommen ist, nieder, huldigen ihm und opfern ihm ihre Gaben. Gott sorgt dafür, daß seinem Sohn die Ehren eines Königs zukommen. Da die Führer und auch ein Teil seines auserwählten Volkes nicht in dem Zustand sind, ihm diese Ehren zu erweisen, schickt Gott diese Heiden, um diesen Dienst zu erfüllen.
Bei den meisten Krippendarstellungen werden die Hirten und die Weisen versammelt im Stall gezeigt. Nach der Geburt Jesus allerdings vergehen mindestens 40 Tage nach dem Reinigunsgesetz. Das  Elternpaar Josef und Maria ging mit dem Kinde nach Jerusalem gehen  um ein Opfer zu bringen Matthäus 2,23-24: »Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen«, und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: »ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben« (3. Mose 12,6-8). In Lukas 2,24 ist davon die Rede, das sie das Opfer der ärmeren Bevölkerungsschicht darbrachten. Hätten Sie bereits die Geschenke der Weisen gehabt, wäre Ihnen vermutlich auch das Opfern eine Lammes und einer Taube möglich gewesen.
Es ist also nicht richtig die Weisen und die Hirten an der Krippe in Bethlehem zusammenzustellen, wie es in Bildern, Liedern und Erzählungen geschieht. Die Hirten erscheinen unmittelbar nach der Geburt des Herrn. Hingegen die Weisen eine nicht näher bestimmbare Zeit nach der Geburt. Auch wenn man diese Zeit nicht so ausdehnen möchte, bleibt zu beachten, daß die Weisen vom erstmaligen Erscheinens des Sterns bis zur Ankunft beim Herrn doch einige Zeit für die Reisevorbereitungen und die Reise selbst brauchten. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass der Herr Jesus nach 40 Tagen im Tempel in Jerusalem dargestellt
wird und die Familie direkt nach dem Besuch der Weisen nach Agypten flieht und dort bis zum Tod von Herodes dem Großen bleibt. Die Zeitspanne zwischen Hirten und Weisen betrügt also mindestens 40 Tage. Ein weiterer Beweis für eine Zeitspanne ist der Gebrauch des Wortes Kindlein bei Mattäus, während Lukas 2 das Wort für neugeborenes Kind Säugling benutzt.